„… Oh man… Es ist wieder diese Zeit… Alle zwei Jahre ca. gibt es solche Momente, so wundervolle Momente, an denen ich richtig glücklich bin. Irgendwie fallen die immer auf Ankündigungen neuer Silver Mt. Zion Alben… Merkwürdig… Was das für ein Geräusch gerade war, dort draußen? Keine Sorge, das war nur mein hysterisches Kleines-Mädchen-Kreischen. Weeeee… Erste Gerüchte sind aufgekommen, irgendjemand hat auf einer Promo-Liste Folgendes gelesen: Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra – Kollaps Tradixionales. Und wer listet das Album als einziges jetzt bereits? Hier kommt der hilarious part: WELTBILD.de! Haha! So viel dazu. 2×10 steht da, also wird die Vinyl-Ausgabe aus zwei 10“ Platten bestehen, genau wie die Born Into Trouble As The Sparks Fly Upward seinerzeit. Guuuuud. Oh man… Ach ja, Release: 5. Februar 2010! Drei ätzende Monate warten… Egal, bei dem politisch aufgeladenen Titel ist so gut wie sicher, dass zumindest „I Built Myself A Metal Bird, I Fed My Metal Bird The Wings Of Other Metal Birds“ drauf sein wird, sicher auch „There Is A Light“… Falls ja, steht das beste Album 2010 leider schon fest, sorry ehrgeizige Konkurrenz, hehe. Oh man… Oh man oh man…“ [11. November 2009]
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Kilsyther Puppenkiste

Zu erwarten war die Axt im Walde, aber die ist zu spitz und filigran. Bekommen haben wir den Presslufthammer auf dem Amboss. Die neue Generation der Wall of Sound, die Shoegazer mit Eiern, kamen das erste Mal als Headliner allein nach Deutschland. Die Schotten von The Twilight Sad ergänzten mit ihrer Präsentation des neuen, hervorragenden Albums Forget The Night Ahead den Dampf mit dem obligatorischen -hammer. Und das im Molotow, dem Hamburger „Wohnzimmer“ mit Live-Anlage. Soundbrei oder Abrissbirne, alles im Bereich des Definitiven.

Feedback? Feedforward. Feedfront! Die Konsequenzen: Offensichtlich. Ja, die Vocals gingen im Instruferno unter. Ja, die einzelnen Elemente waren stellenweise nur schwer zu unterscheiden. Ja, manches Stück blieb mit seinen Charakteristika auf dem Schlachtfeld liegen, von Panzerketten bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt. K.O.-Kriterien für gute Gigs. Normalerweise. Aber The Twilight Sad gut gemischt, die Zutaten einwandfrei identifizierbar – Das scheint a) unmöglich und würde b) das komplette Sound-Konstrukt der Schotten in Frage stellen. Es gehört zu ihrem Crossover aus Rock, Post-Rock und Shoegaze, dass manch im Hintergrund gezogener Faden unsichtbar bleibt. Quasi wie bei einer musikalischen Kilsyther Puppenkiste. Mit Splittergranaten und Molotow-Cocktail als gratis Dreingabe. (Kein Veranstaltungsort-Pun intended)
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Am I wry? A little…
Dafür, dass die Dänen unsere solitären Nachbarn im Norden sind, schauen sie unerfreulich selten vorbei. Vielleicht warten sie, bis wir kommen und uns ein Strandhäuschen mieten, ein bisschen die Tourismuseinnahmen nach oben schrauben oder mit Tüten voller Kerzen und stinkender Muscheln wieder nach Hause aufbrechen. Bei Mew mag das nicht der Fall sein, trotzdem sind seit ihrem letzten Deutschlandbesuch fast vier Jahre vergangen. Das steigert natürlich die Erwartungen. Bei zwei Besuchen pro Jahr kann man einen mittelmäßigen Gig schon mal verzeihen. Aber so… nicht.

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Im Stress habe ich ganz vergessen, das Teil herzuzeigen. Sehr schicke, stabile, schwarze Box mit jedem denkbaren Inhalt: Album im Gatefold-Sleeve mit Bonus-DVD (darauf Making Of etc.), USB-Stick mit WAV-, Apple Lossless- und Mp3-Dateien, schicker Art-Print, zwei 180 Gramm Vinyl-LPs mit dem phantastischen, erweiterten Artwork, DVD mit 5.1 Mix… Haste nich gesehen. Halt alles drin. Dafür leider auch mit 70eu ein stolzer Preis. Aber gut, da der musikalische Inhalt stimmt, nimmt man das in Kauf. Kommt ja nicht so oft vor. [31. Oktober 2009]
Band: Muse
Album: The Resistance
Format: Deluxe Box Set inklusive CD+DVD, Doppel 180 Gramm Heavyweight Vinyl, DVD mit 5.1 Surround Mix, USB-Stick und 12“ Art Print
Limitiert: 5000 Exemplare
Label: Warner/Helium 3
Veröffentlichung: 14. September 2009
Preis: 59,99 Britische Pfund (~70,61 Euro, inkl. Versand nach Deutschland)
Shop: http://muse.mu/shop/product/141/the-resistance/menu/3/albums/
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„Hier verbringe ich dieser Tage mehr Zeit als in meiner Unterkunft. Guuud. Abaton <3. Und Presse darf sich auch noch umsonst an der Theke bedienen lassen! Bei der Sin Nombre-Preview (btw, sehr sehenswert, kommt Ende März in die Kinos, glaub ich) hab ich auf die Kacke gehauen und das erste Mal was bestellt. Ein Mineralwasser. Und der Grindelhof ist wunderschön, gefällt mir viel besser als die Innenstadt. Mhm.“ [25. Oktober 2009]
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„Lieber Kunde der HVV, genießen Sie morgens gerne ein Brötchen mit deftiger Jagdwurst? Falls ja, sehen Sie bitte davon ab öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Herzlichst, Ihr U1-Nebensitzer“ [20. Oktober 2009]
Davon ab, derzeit klingt Hamburg für mich so:
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Maquisards

Und schwups, weg sind se, die Karten. Je nach Quelle waren die Tickets für das „geheime“ Muse The Resistance-Preview-Konzert nach 5, 10 oder 30 Minuten ausverkauft. Fakt ist: Es ging verdammt schnell. Das Geheimnis war also nicht das Stattfinden, sondern, dass es so schnell ausverkauft wurde, dass kaum jemand es mitbekommen hatte. Außer der Fanbase, die wartete selbstverständlich gespannt auf die Freigabe der Tickets. Wer dennoch leer ausging musste sich für den doppelten Preis über eBay Karten beschaffen. Eine Masche, die unter Strafe verboten werden sollte, gegen die aber seit Jahrzehnten nichts unternommen wird. Letztlich ist es dem Veranstalter wohl egal wer die Tickets bekommt, Hauptsache ausverkauft.
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All Fun & Games ‘Til Someone Dies

Abgestürzt über einer tropischen Insel, eine Gruppe Halbwüchsiger und Kleinkinder auf sich allein gestellt, keine Autoritätsperson, kein Erwachsener in Sicht – Dass das nicht gut gehen kann, dazu muss man kein Prophet sein. Literaturnobelpreisträger William Golding liefert mit Lord of the Flies den Stoff, aus dem Schüler-Albträume bis heute gesponnen sind, aufgrund seiner starken, beängstigenden Bildsprache, in der die Dschungel-Insel porträtiert wird, oder weil die Klassenarbeit morgen ansteht und das Ding immer noch nur halb gelesen herumliegt. Dabei müssten sie sich glücklich schätzen, sich nicht durch Shakespeare oder den (heillos überbewerteten) Catcher in the Rye quälen zu müssen. Aber das erkennt man als Schüler nur selten, aus demselben Grund, warum es auf der Insel auch zum Äußersten kommt: Kinder haben noch keine Vernunft. Wie auch, möchte man sie in dieser Konsequenz dem Großteil der Erwachsenen absprechen: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Die Story-tragenden Hänschens auf der hitzigen Insel heißen unter anderem Ralph, Jack, Sam & Eric und Piggy, dessen echten Namen man nie erfährt. Nach dem ersten Kennenlernen, einer provisorischen Versammlungsordnung, repräsentiert durch Zusammenrufen mit dem ‚conch’ (einer Trompetenschnecke), deren Besitz das Rederecht garantiert, wird eine Überlebensformel gesucht. Nahrung sammeln, das Feuer lebendig halten, provisorischen Unterschlupf finden.
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Die Mutation

Jiro Taniguchi erzählt in seinem Manga (aka Graphic Novel) in sehr einfachen Worten und Zeichnungen eine Geschichte, die tatsächlich jeder bei sich selbst oder anderen beobachten kann oder konnte, den Prozess der Abnabelung und den Start in das unabhängige, eigene Leben. Der früh von zu Hause fast schon entflohene Yoichi sieht sich durch den Tod seines Vaters und die damit verbundene Reise in seinen Geburtsort Tottori mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, der Trennung seiner Eltern und dem Leben in dem ruhigen Ort, an den ihn schon so lange nichts mehr bindet. Dabei offenbart sich ihm in kleinen Episoden, die seinen Werdegang fortlaufend nachvollziehen, dass er viele Seiten seines Vaters als Kind schlicht nicht gesehen hat, einiges nicht sehen wollte oder konnte, weil er zu sehr mit eigenem Schmerz oder der Entwicklung seiner Persönlichkeit beschäftigt war. Dabei zeigt Taniguchi in liebevoll, aber schlicht gehaltenen Panelen völlig unaufdringlich sentimentale Wendepunkte von Schicksalen, die geprägt und verbunden, von Schlägen oder unglücklichen Fügungen wieder zerrissen und schließlich schmerzlich geheilt wurden.
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Digging for Salvation

Hier sieht man zu, wie Daniel Day Lewis die Vorstellung seines Lebens gibt. Als besessener, wahnsinniger und konzentrierter ‚Oilman’ Daniel Plainview, der ohne Skrupel und schlechtes Gewissen in allem nur eines sieht: Das nächste lukrative Geschäft. Vor Mord (allerdings aus anderen Motiven als vermutet) und Wahnsinn (der ihn nicht von seinen Zielen abbringt) schreckt er dabei genauso wenig zurück, wie ihn auch Schicksalsschläge und Wendungen der Geschichte nicht zu verändern scheinen, er bleibt das Abbild des sturen Verfalls. Untermalt von einem stellenweise genial deplatzierten Score vom heimlichen Radiohead-Mastermind Jonny Greenwood gibt es eine einfache und fokussierte Story, deren Destillat nach zweieinhalb gleichwohl nie drögen Stunden eine Perspektive auf Schuld und Sühne, Rache und Revanche ist. Aber nicht nur Day Lewis brilliert, ein mindestens ebenso ausgezeichneter Paul Dano wird durch seine grenzwertig gestörte Vorstellung als Prediger und Sünder Eli Sunday hoffentlich auf eine große Karriere in Hollywood schauen. Bei der Filmlänge so narrativ und geschlossen zu erzählen ist eine Kunst, die von wenigen wirklich beherrscht wird. Paul Thomas Anderson kann sich spätestens jetzt auch zu diesen zählen. [22. Juli 2008]
9/10

Titel: There Will Be Blood
Regie: Paul Thomas Anderson
Genre: Drama
Länge: 158 Minuten
Produktion: USA 2007
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