Liebe Leute, auf ein Wort, folgt mir. Wir gehen jetzt das Jahr wie in einer guten Videospiel-Komplettlösung ab. Freilich als inoffizieller Fan-Guide, nix offiziell autorisiertes, sondern die Tipps des Autors, die zu schnellen und nachhaltigen Erfolgserlebnissen führen. Dabei empfiehlt sich ein Stück-für-Stück-Abgehen gewisser Wegmarken, unter denen, mit etwas Glück, der eine oder andere Meilenstein zu finden ist. Besonders erwähnenswertes Liedgut findet sich unter jedem Wegstück, gesondert in einem Sehenswürdigkeits-Vermerk. Here we go, here we go! [1. Januar 2010]
Januar
Antony and the Johnsons: The Crying Light Im jungen Jahr stapfen wir durch den Schnee, da kitzelt schon das erste Gras die Fußsohlen. Grund dafür ist Antony, der es schafft, sein Meisterwerk I Am A Bird Now mit einem fast ebenbürtigen Album zu beerben. Das hervorragende, abwechslungsreiche und im positiven Sinne überromantische Werk hat nach einem Jahr noch nichts seiner Anziehungskraft eingebüßt, es ist ein weiteres Glanzstück des New Yorker Songschreibers. Für 2010 wünschen wir uns mehr neues Material, vielleicht eine EP mit „Salt, Silver, Oxygen“ und „Ghost“? Lass uns nicht zu lange warten, lieber Antony! 9/10
Ausführliche Rezension hier: http://3secondsofdeadair.wordpress.com/2009/03/07/006-rezension-antony-and-the-johnsons-the-crying-light/
Sehnsuchstvolles Jahrhundertepos: „One Dove“
Popsong des Jahres: „Kiss My Name“
Drama at it’s Best: „Daylight and the Sun“
Vertontes Fernweh: „Everglade”
Animal Collective: Merriweather Post Pavilion Ach, Animal Collective, das kann man doch nicht anhören, diesen Psychedelic-Electroclash-Hippster-Mischmasch! Au contraire me: Dieses neue Album ist tatsächlich anhörbar, ganz ohne Anstrengung, Schweiss und Weghören über zu abgefreakte Passagen. Die Tierchen sind zahm geworden. Was nicht heißen soll, dass das hier verträgliches Radiogedudel ist. Vielmehr macht es feine Tugenden der New Yorker anhörbar. Die Loops und Effekte halten sich in Grenzen, die Vocals sind harmonisch, das Drumherum stürzt nicht mit 10 Tonnen Quast auf einen ein. Das Ergebnis ist ein sehr feines Album, das sich besonders im Sommer wie kühle Limonade kippen lässt. 7,5/10
Elektrodampf, bis sich die Epidermis pellt: „In The Flowers“
Wie Rave, nur gut: „Summertime Clothes“
Hello Mr. Oszilloskop: „Bluish“










Dafür, dass die Dänen unsere solitären Nachbarn im Norden sind, schauen sie unerfreulich selten vorbei. Vielleicht warten sie, bis wir kommen und uns ein Strandhäuschen mieten, ein bisschen die Tourismuseinnahmen nach oben schrauben oder mit Tüten voller Kerzen und stinkender Muscheln wieder nach Hause aufbrechen. Bei Mew mag das nicht der Fall sein, trotzdem sind seit ihrem letzten Deutschlandbesuch fast vier Jahre vergangen. Das steigert natürlich die Erwartungen. Bei zwei Besuchen pro Jahr kann man einen mittelmäßigen Gig schon mal verzeihen. Aber so… nicht.






